Deine Pläne sind nicht Seine Pläne!
Gott im Alltag

19. Deine Pläne sind nicht Seine Pläne!

Wäre ich eine Comicfigur, wäre der Satz „Hää? Was soll das denn jetzt???“ in den letzten Monaten wohl des Öfteren in einer Gedankenblase über meinem Kopf erschienen, denn vieles ist ganz anders gekommen, als ich es mir ausgemalt hatte. Ich bin ein sehr strukturierter Mensch und ich liebe es, Dinge zu planen. Ich fühle mich wohl, wenn ich weiß, welche Schritte vor mir liegen und wie ich sie umsetzen werde. Und am wohlsten fühle ich mich, wenn ich den Eindruck hab, dass Gott mir diese Schritte mitgeteilt hat und ich mit Ihm in Übereinstimmung bin, denn dann stellt sich Zuversicht ein, dass diese Schritte auch erfolgreich sein werden. Wir Menschen sind einfach Tu-Wesen, wir lieben es, wenn wir wissen, was zu tun ist. Das gibt uns ein Gefühl von Sicherheit. Umso herausfordernder ist es dann, wenn du aus diesem wohligen Gefühl plötzlich herausgerissen wirst, weil im Außen Umstände eintreten, die mit DEINEM PLAN überhaupt nicht in Übereinstimmung sind. Im diesem Blogbeitrag möchte ich dir erzählen, was ich diesbezüglich in den letzten Monaten erlebt habe und was Gott mich darin gelehrt hat.

Ein turbulenter Sommer

Die letzten Monate waren mehr als turbulent. Im Sommer befand ich mich in einer lang anhaltenden Krise, die mich dann zur Krisenintervention in die Klinik geführt hat. Lange hatte ich versucht, diesen Schritt zu verhindern, denn auf MEINEM PLAN standen jetzt eigentlich ganz andere Dinge. Nun gut, ich akzeptierte einen kurzen Aufenthalt zur Stabilisierung, denn den intensiven therapeutischen Aufenthalt hatte ich eigentlich erst für Herbst GEPLANT. Doch in der Klinik kam Unsicherheit auf. Bin ich wirklich stabil genug, wieder nach Hause zu gehen? Ich hatte dann ein paar „zufällige“ Begegnungen auf dem Klinikgelände und plötzlich war ich mir ganz sicher: Ich gehe nach Hause und komme dann im Herbst wieder, weil es dort einfach viel mehr Sinn macht! Ich fühlte Gottes führende Hand darin und war überzeugt, dass es dann auch gut werden wird! Kaum war ich einen Tag Zuhause, ging aber alles wieder von vorne los. Da war dieselbe Leere, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und ich wünschte mir, ich hätte mich anders entschieden. Es war einer dieser Momente, der sagte „Hää? Was soll das denn jetzt???“. Hatte ich etwa „falsch“ gehört von Gott? Ich verstand die Welt nicht mehr! Was ich aber recht bald verstand war, dass ich in diesem Zustand nicht über den Sommer kommen würde, da auch die ambulante Versorgung urlaubsbedingt ausfallen würde. Urlaub und Sommer genießen, ja das war eigentlich auch MEIN TRAUM gewesen, aber nun entwickelte sich dieser gerade zum Alptraum, also beschloss ich doch nochmal in der Klinik anzurufen. Leider wurde mir mitgeteilt, dass bis Herbst alles ausgebucht sei und sie mich ja gerade erst von der Warteliste wieder herunter genommen hätten. Hinzu kam, dass ich noch einige „must-have“-Bedingungen gestellt hatte, die eine spontane Aufnahme sowieso so gut wie unmöglich machten. Na toll! Und was nun? Gott, was willst du denn jetzt eigentlich von mir? Ich beschloss, mich mitmeinem Nichtverstehen abzufinden und versuchte gerade einen neuen PLAN zu machen, als exakt einen Tag später (!) die Klinik anrief und mir mitteilte: Es sei jemand abgesprungen, ich könne morgen (!) kommen mit allen „must-haves“, die ich brauchte! What???

Die rettende Hand vom Himmel

Da war sie wieder, die rettende Hand vom Himmel und das überwältigende Gefühl von seiner unbegreiflichen Güte! Dieser Anruf war ein Wunder und er versetzte mich aus dem Loch des Zweifelns direkt in himmlische Sphären des Glaubens. Da hatte ich doch gerade geglaubt, Er hätte mich vergessen und an der Nase herumgeführt und dann sowas! Tränen liefen über mein Gesicht und ein großer Stein fiel mir vom Herzen. Euphorisch und voller Überzeugung packte ich meine Tasche und schon längst hatte ich in meinem Kopf einen PLAN, was ich in den kommenden Wochen in der Klinik erreichen wollte. Ich war zurück im Spiel und am Aufnahmetag konnte man mir kaum anmerken, dass ich gerade notfallmäßig aufgenommen wurde. Die Offenbarung seiner Güte hatte so viel Glauben freigesetzt, dass mich nichts hätte stoppen können. Als ich dann auch noch erfuhr, dass meine Bezugstherapeutin exakt in der Zeit in Urlaub war, als ich gerade Zuhause war, an meiner Entscheidung zweifelte und mit der „Hää? Was soll das denn jetzt???“-Frage kämpfte, war meine Freude kaum zu bremsen. Wieder saß ich da, tränenüberströmt und im Herzen voller Demut vor meinem Gott, der wieder einmal ALLES im Blick hatte und SEINEN PLAN mit mir verfolgte. Ja, Gott ist wirklich GUT! Er hatte mir auf der stürmischen See den Rettungsring zugeworfen und mich zurück in sein Boot geholt. Ich konnte durchatmen und machte es mir dort bequem. Es stellte sich dieses Wohlgefühl ein, denn MEIN KOMPASS zeigte eindeutig den Kurs der nächsten Wochen an und ich wusste genau, was ich mit meiner Therapeutin bearbeiten wollte. Also, lass uns Fahrt aufnehmen!

Alles anders als gedacht!

Doch dann kam es wieder zu einem dieser „Hää? Was soll das denn jetzt?“-Momente, denn mir wurde mitgeteilt, dass meine Therapeutin leider erkrankt und vermutlich erst in der nächsten Woche wieder zurück sei. Innerlich brach sofort das Chaos aus, denn ich wusste, dass MEIN PLAN nur mit ihr funktionieren würde. Ich versuchte mich zu beruhigen und dachte: Okay, dann werde ich diese Woche halt erstmal zum Ankommen nutzen und dann legen wir einfach etwas später los. Dieser Illusion wurde ich aber schnell beraubt, als in der folgenden Woche die Krankmeldung um eine weitere Woche verlängert wurde und sie selbst in der darauf folgenden Woche noch nicht zurück war. Wieder einmal verstand ich die Welt nicht mehr! Und das Hin und Her nahm immer noch kein Ende. Als die Therapeutin dann endlich zurück war und ich mit MEINEN PLÄNEN loslegen wollte, hieß es dann im zweiten Gespräch, dass sie bereits ab nächster Woche wieder in Urlaub ginge und dass damit auch meine Entlassung fest stünde.

MEIN PLAN war nicht SEIN PLAN!

Boah! Das war jetzt echt zu viel! Das kann doch alles nicht wahr sein! Es sah doch am Anfang alles so anders aus und ich dachte doch, dass…! In diesem Moment war mir klar, dass MEIN PLAN gescheitert war! Eine Welle von Wut und Verzweiflung baute sich in mir auf! Was soll denn jetzt bloß werden? Gott, du hast doch gesagt, dass…! Ich hielt einen Moment inne: Ja, was hatte Gott eigentlich wirklich gesagt? Er hatte mir den Platz in der Klinik geschenkt, aber er hatte nicht gesagt, was hier passieren würde und auf welche Art und Weise. Mhh, war MEIN PLAN vielleicht gar nicht SEIN PLAN??? Ich versuchte mich zu erinnern, was Er stattdessen in der letzten Zeit gesprochen hatte und erinnerte mich daran, dass ich in einem prophetischen Wort gehört hatte, dass Er mich lehren will, was „Lieben“ bedeutet (mehr dazu in einem späteren Beitrag). Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, denn tatsächlich hatte sich in den vergangenen Wochen alles um das Thema Liebe und Vertrauen gedreht. Er hatte all die Umstände und Kontakte vor Ort gebraucht, um mir zwischen den Zeilen etwas zu offenbaren und ich hatte es fast nicht gemerkt. Eine Welle von Rührung durchfuhr mich. War ich also am Ende hier gar nicht gescheitert, sondern hatte voll ins Schwarze getroffen? Hatte Er mich am Ende mit der verfrühten Entlassung sogar schützen wollen, damit ich in meinem Tatendrang nicht noch mehr Unheil anrichte, bevor Er mit mir tragfähige Fundamente gebaut hatte? Es war offensichtlich, dass Er einen anderen und womöglich sogar besseren Plan für mich hatte, so wie er es in Jesaja 55 selbst beschreibt: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ (Jesaja 55, 8-9)

Gib Gott den Raum, es auf seine Weise zu machen!

Warum war ich mit meinem Glauben an seine Güte in den letzten Wochen so sehr in den Schleudergang geraten? Weil ich mir zu jedem Wort Gottes direkt ein eigenes Bild für seine Umsetzung gemacht hatte und darin dann wieder und wieder enttäuscht wurde. Ich stellte dann jedes Mal sein Wort in Frage bzw. meine Fähigkeit sein Wort richtig zu verstehen, doch darin lag gar nicht das Problem. Es war nicht falsch, wieder in die Klinik zu gehen, nur meine Erwartungen an das, was da passieren würde, stimmten nicht mit seinen überein. Er hatte mich mit seinem Wort eingeladen, in sein Boot zu steigen und nun wollte ich es mir dort bequem machen und den Kurs vorgeben. Dadurch geriet ich schnell in stürmische See und es wurde ziemlich ungemütlich in dem Boot.

Wie hätte ich die Wochen in der Klinik wohl erlebt, wenn ich mit einer Offenheit in sein Boot gestiegen wäre, mit einer gespannten Neugier darüber, wo wir lang fahren und wie Er sein Wort in Manifestation bringen wird? Es wäre eine ziemliche aufregende Fahrt geworden, denn bei jeder kleinen Möglichkeit, die sich vor mir aufgetan hätte, hätte ich mitgefiebert, ob wir sie nehmen oder ob wohl noch eine bessere kommen wird.

Sei offen und neugierig und kreiere jeden Tag nur ein Stück des Bildes!

Ich wünsche mir, dass ich auf Gottes Zusagen mit einer Offenheit und Neugier reagieren kann, statt mit einem fertigen PLAN der Umsetzung. Ich möchte Ihm den Raum geben, seine Zusagen mit Leben zu füllen und im Hier und Jetzt einfach das ergreifen, was Er mir vor die Füße legt! Wir wählen oft den offensichtlichen Weg, aber Gott möchte uns manchmal die versteckten Dinge zeigen. Ich wünschte mir, mein Kopf wäre eine leere, weiße Leinwand und ich würde jeden Tag nur die Farben nehmen, die Gott mir anbietet, um das Bild Stück für Stück zu vervollständigen. Malen ist ein Prozess und ich bin nur wirklich frei in diesem Prozess, wenn ich nicht von Anfang an schon ein fertiges Bild im Kopf habe. Nur wenn ich jeden Tag so nah mit meinem Schöpfer verbunden bin, dass er mir den nächsten Bildausschnitt ins Ohr hauchen kann, kreiere ich in seinem Sinne und ich darf vertrauen, dass dieses Bild das Schönste ist, was ich malen könnte. Jeder Tag soll zu einem Tag der „Kreation“ werden!

Bleib flexibel am Ruder und vertraue auf den Roten Faden!

Ich kann und will die letzten Monate mit diesem Artikel nicht schön reden, denn das waren sie einfach nicht! Mehr als einmal musste ich zurück denken an meinen letzten Blogartikel „18. Gott ist gut! – Oder nicht?“ und ich muss sagen, dass das „Oder nicht?“ ziemlich oft an meine Tür geklopft hat und ich versucht war, aufzumachen! Es ist leicht, an Gottes Güte festzuhalten, wenn MEINE Vorstellungen mit SEINEN Plänen genau übereinstimmen und alles „funktioniert“, aber was ist, wenn der Wind plötzlich aus einer anderen Richtung kommt und mein Boot von MEINEM Kurs abkommt? Ich hatte jedes Mal die Wahl: Gerate ich in Panik und zweifle an Gottes Zusage oder halte ich an seinem Versprechen fest und wage einen neuen Weg? Wenn ich flexibel bleibe am Ruder, kann ich leichter auf die Hindernisse bzw. die Umstände im Außen reagieren. GOTTES PLAN macht im Moment selbst vielleicht nicht immer Sinn, aber jetzt, einige Wochen danach, kann ich den Roten Faden sehr gut erkennen und ich fühle mich beschenkt durch all die Offenbarungen, die er mir abseits meiner Route gegeben hat und all die heilsamen Begegnungen, die mich wieder ein Stück mehr in das Bild hinein wachsen lassen, das er in mich gelegt hat!

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